Lesung mit Peter Stamm

Samstag 30 März um 18.30 Uhr

Peter Stamm, geboren 1963 im Kanton Thurgau, ist freier Autor und Journalist. Nach längeren Aufenthalten in Paris, New York und Skandinavien wohnt er nun in Winterthur. Er schrieb unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung, Das Magazin des Tages-Anzeigers und die Literaturzeitschrift Entwürfe für Literatur. Sein belletristisches Werk besteht aus Erzählsammlungen und Romanen, die in siebenunddreissig Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden, unter anderem 2014 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis und 2018 mit dem Schweizer Buchpreis.

Von seinem ersten Roman Agnes, erschienen 1998 im Arche-Verlag, über Ungefähre Landschaft (2001), In fremden Gärten (2003), Sieben Jahre (2009), Seerücken (2011), Nacht ist der Tag (2013) bis in Weit über das Land (2016) taucht Peter Stamm ein in scheinbar stille Gewässer, betrachtet das Ausserordentliche unter der Oberfläche von Durchschnittsmenschen und spinnt ein Universum der erstaunlich intimen Unvertrautheit. Mit seiner schnörkellosen und gestrafften Erzählweise wirft der Deutschschweizer Romanautor einen neuen Blick auf die Themen Flucht, Verschwinden, Liebe, Freiheit und Doppelgänger, wobei er sich als Meister der verborgenen Gefühle, als Ergründer von Fata Morganen erweist.

In seinem neuen Roman Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt schafft Peter Stamm für die Erzählung eines mysteriösen Spaziergangs der Erinnerungen auf einem grossen Friedhof in Stockholm eine raffinierte literarische Konstruktion der mise en abyme im Spiegelkabinett. Christoph, der Erzähler, ist ein Schriftsteller, der im Roman in verschiedenen Lebensabschnitten angetroffen wird. Seinen einzigen erfolgreichen Roman über seine gescheiterte Liebesbeziehung zur Schauspielerin Magdalena schrieb der Autor im Alter von ca. 30 Jahren. Zwei Jahrzehnte später erzählt er Lena, einer jungen Frau, die ein Abbild der Magdalena seiner Vergangenheit ist, von seiner Reue über diese verlorene Liebe. Er vertraut ihr auch an, dass er mit dem Schreiben aufgehört hat, nachdem er sein Alter Ego angetroffen hat: einen zwanzig Jahre jüngeren Nachtportier und aufstrebenden Schriftsteller. Es stellt sich heraus, dass dieser Doppelgänger Lenas Verlobter Chris ist …

Hirngespinste der Erinnerung oder Suche nach der verlorenen Zeit? Existenzielles Infragestellen der Willensfreiheit oder Magie der Literatur, die ein anderes Schicksal möglich macht als das unsere? Mit einem Labyrinth aus vergänglichen Zufallsbegegnungen und Parallelexistenzen entführt dieser Roman mit abgezählten Worten in einen himmlischen Taumel der Intimität.

Lesung auf Deutsch, mit französischer Simultanübersetzung

Moderiert von Stéphane Maffli, Diplomassistent in deutscher Literatur an der UNIL

Eintritt CHF 10.- | Reservation per E-Mail an rencontre@fondation-janmichalski.ch

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